Was (fr)essen Gorillas in der Natur?

Die Nahrung richtet sich nach Lebensraum und Jahreszeit. Berggorillas fressen zum größten Teil grüne Pflanzenteile. Da es in ihrem Wald kaum Früchte gibt, ist ihr Speisezettel sehr eingeschränkt.

Westliche Gorillas verzehren viele Früchte, doch in der Trockenzeit müssen sie verstärkt auf Samen und Baumrinde ausweichen. Gorillas jeden Alters klettern auf Bäume, um Früchte zu ernten. Doch auch wenn die Westlichen Gorillas mehr Früchte fressen als Blätter, Stängel, Mark und Sprosse, sind es deutlich weniger als bei Schimpansen.

Das Nahrungsspektrum der Gorillas in Gabun ist sehr breit: rund 200 Pflanzenarten. Besonders gern mögen sie Arten, die zu den Ingwergewächsen und den Pfeilwurzgewächsen gehören. Berggorillas in den Virunga-Vulkanen fressen 38 Pflanzenarten, vor allem Labkraut, Disteln, Afrikanische Berg-Petersilie und Nesseln.

Ein ausgewachsener Grauergorillamann frisst täglich schätzungsweise 30 kg Pflanzen, ein erwachsenes weibliches Tier rund 18 kg. Damit die Gorillas diese Nahrungsmassen verarbeiten können, haben sie sehr kräftige Kaumuskulatur. Ihre Zähne ähneln den unseren stark, mit dem Unterschied, dass die ausgewachsenen Gorillamänner sehr lange, spitze Eckzähne besitzen. Sie setzen diese aber nicht bei der Nahrungsaufnahme ein, sondern nur im Kampf gegen Konkurrenten.

Daneben fressen die Tiere bei Gelegenheit Erde. Möglicherweise sind in dieser Erde Mineralstoffe enthalten, die in der Pflanzennahrung fehlt, oder die Mineralien neutralisieren Giftstoffe in der Nahrung.

Gorillas töten zwar keine größeren Tiere, fressen aber regelmäßig Kleintiere (vor allem Insekten). Diese machen allerdings weit weniger als 0,1% der Nahrung aus. Anders ist es bei den Schimpansen: Ihre Nahrung enthält etwa 6% tierische Anteile.

In manchen Gebieten verzehren die Westlichen Flachlandgorillas nach einer Studie von Isra Deblauwe in Kamerun allerdings sogar mehr Insekten als die Schimpansen. Gorillas bevorzugen Termitenarten, die viel Eisen und Mineralien enthalten. Möglicherweise beugen sie damit Durchfallerkrankungen vor; dies wäre eine Alternative zur Aufnahme von mineralstoffreicher Erde.

Welche Insektenarten die Gorillas verzehren, unterscheidet sich von einem Gebiet zum anderen. Vermutlich gibt es sogar besondere Traditionen bei verschiedenen Gorillapopulationen. 

 

Foto: Berggorilla bei der Nahrungsaufnahme / © Manfred Hartwig 

Quelle: Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V. 


Warum haben Gorillas in der Natur häufig schwarze Zähne?

Das hängt mit ihrer Nahrungsaufnahme zusammen. Viele ihrer Pflanzen, die sie aufnehmen enthalten besonders viele Tannine, die die Zähne verfärben. Dieses Phänomen des Zähne Verfärbens kommt auch bei Menschen vor, die besonders viel Kaffee, Wein oder Tee trinken.

Die Tannine (von franz. tanin Gerbstoff) sind pflanzliche Gerbstoffe, die in einigen bedecktsamigen Stauden, Sträuchern und Baumblättern und anderen Pflanzenteilen besonders der Tropen und Subtropen weit verbreitet sind und von pflanzenfressenden Säugetieren aufgenommen werden. Diese Verbindungen haben eine molare Masse von 500–3000 g/mol. Als Monomer tritt häufig die Gallussäure auf.

Tannine gehören zu den so genannten quantitativen pflanzlichen Sekundärstoffen. Sie haben im Gegensatz zu qualitativen Wirkstoffen (Alkaloiden) ein weiteres Abwehrspektrum gegen Pflanzenfresser (Herbivore), da sie wahrscheinlich hauptsächlich die Verdauung beeinflussen, indem sie Proteine deaktivieren. (lt. WIKIPEDIA)


Gorillas in der Natur kennen Heilpflanzen

Die Gorillas im zentralafrikanischen Gabun achten anscheinend auf ihre Gesundheit: Vier Pflanzen mit antibakteriellen und antioxidativen Eigenschaften stehen regelmäßig auf ihrem Speiseplan. Diese Erkenntnis einer aktuellen Studie könnte künftig zur Entwicklung neuer Medikamente beitragen.

Dass sich Menschenaffen selbst medizinisch behandeln, ist keine Seltenheit. Schimpansen tragen etwa Insekten auf die Wunden ihrer Artgenossen auf, und auch ein wildlebender Orang-Utan wurde bereits dabei beobachtet, wie er eine frische Wunde mit Heilpflanzen verarztete.

Die Gruppe der Menschenaffen, die sich auf die ein oder andere Weise selbst behandeln, wurde nun aber noch erweitert: ein Forschungsteam fand heraus, dass die westlichen Gorillas im zentralafrikanischen Gabun regelmäßig Pflanzen fressen, die gesundheitsfördernde Eigenschaften haben.

Text: Artikel bei science